Die St. Laurentiuskirche
Im Sommer 1270 wurde die erste Gorenzener Kirche durch Bischof Hermann von Halberstadt zu Ehren der heiligen Maria eingeweiht. Von den Bewohnern der beiden Orte Gorenzen und Schönebeck, die im Laufe der Jahrhunderte zu dem Ort Gorenzen verschmolzen, als Chorturmkirche errichtet, war das ursprüngliche Gotteshaus nur etwas größer als eine Kapelle. Die kirchlichen Handlungen erfolgten durch den Pfarrer der Riddagsburg bei Möllendorf. Bis 1270 mussten die Gorenzer und Schönebecker zur Riddagsburg durch das Hagental zwischen Gorenzen und Möllendorf wandern, um am Gottesdienst teilnehmen zu können. Im Jahr 1487 erfolgte die Neuweihe der Kirche, der Glocke und des Altars durch Erzbischof Ernst von Magdeburg, wahrscheinlich aufgrund der Vergrößerung der Kirche. Der neue Patron des Gotteshauses wurde der Heilige Laurentius.
Mit dem Tode des streng katholischen Grafen Hoyer VI. (IV.) von Mansfeld im Jahre 1540 wurde der Gorenzer Gottesdienst reformatorisch umgestaltet und 1542 fand durch den Superintendenten Dr. Caspar Güttel aus Eisleben und den Mansfelder Hofprediger Michael Coelius die erste evangelische Kirchenvisitation statt. Seit der Reformation bis 1859 versahen Annaröder Pfarrer den Gottesdienst in Gorenzen. 1620 schenkt Graf Johann Georg II. von Mansfeld, der 1593 in Gorenzen geboren wurde, der Kirche einen vergoldeten Kelch, der noch vorhanden ist und das Wappen der Mansfelder Grafen zeigt. Ein weiteres kostbares Geschenk erhielt das Gotteshaus 1641 durch den Gorenzer Betrus Numburg ein Taufbecken mit der Inschrift „Jurentzen 1641“, das die Maria auf der Mondsichel aus der Apokalypse des Johannes zeigt. Im Jahr 1685 stiftet die Gemeinde einen neuen Chor und ein Kirchenfenster. Einen hängenden Leuchter von 1687, der heute leider nicht mehr vorhanden ist, wurde von dem Gorenzer Christian Probst geschenkt und 1695 verehrte Valentin Eimler der Kirche eine vergoldete Nürnberger Bibel, ebenfalls nicht mehr vorhanden. Durch den Maurermeister Johann Philipp Friedrich aus Mansfeld wurde 1728 die Kirche repariert und der Turm erhöht, wie auf einer Steintafel an der Südseite des Turmes zu lesen ist. Der Passionsbilderzyklus in der Kirche stammt von einem unbekannten Maler aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Im Jahr 1778 erfolgte die Aufstellung der Orgel. Am 20. November 1825 wurde der erneuerte Turmknopf und die Wetterfahne auf dem abermals reparierten Turme angebracht, was 1845 wiederholt wurde. Das Zillingsche Gut in der Nähe der Kirche wurde zur Pfarrwohnung umgebaut, da Gorenzen 1859 einen eigenen Pfarrer erhielt. Der zuvor an der Kirche befindliche Friedhof erfuhr 1870 seine Umlegung und wurde im Westen des Dorfes eingeweiht. Nach einem mündlichen Bericht erfolgte 1873 die Erneuerung des Turmknopfs und 1915 des Turmknopfes. Am 20. Oktober 1929 stiftet die Familie Zilling neue Prospektpfeifen für die Orgel, da die alten metallenen Pfeifen dem 1. Weltkriege zum Opfer fielen.
Im Jahr 1951 stiftete Franz Blume zum Gedächtnis für seine beiden im 2. Weltkriege gefallenen Söhne eine mittlere und kleine Glocke, da die alten dem Kriege geopfert wurden. Eine große Glocke wurde wahrscheinlich um 1730 aufgehängt, als der Turm erhöht wurde, doch sie erfuhr 1832 die Umgießung. Nach 1270 war eine sehr kleine Glocke vorhanden, die 1487 neu geweiht wurde. Wahrscheinlich wurden 1730 noch eine mittlere und kleine Glocke aufgehängt, die dem 2. Weltkriege geopfert wurden.